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Workshop: „Ist doch normal, oder?“ — Diversitätsbewusstsein in Einrichtungen der Jugend(bildungs-)arbeit entwickeln und verankern

Der jährliche Workshop Diversität des IDA vom 13. bis 15. Oktober 2017 im Naturfreundehaus Hannover

Die Gesellschaft, in der wir leben, ist geprägt von Diskriminierung und Ungleichheit. Der Zugang zu Ressourcen und Institutionen ist u. a. davon abhängig, wie Menschen im Hinblick auf unterschiedliche Differenzlinien — etwa Religion, sexuelle Orientierung, Geschlecht, soziale und ethnisierte Herkunft oder Gesundheit – positioniert werden.

Diese Differenzlinien und ihre diskriminierenden Folgen wirken sich auch auf die Jugend(verbands)- und Bildungsarbeit aus. Sie werden relevant im Verhältnis zwischen Pädagog_innen und Adressat_innen, Haupt- und Ehrenamtlichen, zwischen Kolleg_innen oder in Kooperationen zwischen Einrichtungen. Dabei äußern sie sich nicht nur im direkten Kontakt zwischen Menschen, sondern prägen auch die Strukturen und Routinen von Einrichtungen oder die Materialien, mit denen gearbeitet wird. Diskriminierende Strukturen wirken daher oft unbeabsichtigt, z. B. weil Vorstellungen davon, was und wer als „normal“ angesehen wird, aber auch was als „normal“ in der Einrichtung gilt, Menschen ausschließen und abwerten können. Ein diskriminierungskritischer Diversitätsansatz thematisiert in diesem Zusammenhang sowohl die eigene Haltung und das eigene Verhalten als auch die ausschließenden Wirkungen von Institutionen und Strukturen.

In unserer eigenen Arbeit machen wir die Erfahrung, dass es im aktuellen gesellschaftlichen Klima zunehmend mehr Mühe kostet, eine kritische Auseinandersetzung mit diskriminierenden Strukturen in der eigenen Einrichtung anzuregen und durchzusetzen. Daher wollen wir mit dem Workshop einen Raum bieten, um bewusst auf unbewusst diskriminierende Strukturen im eigenen Jugendverband oder der eigenen Einrichtung zu blicken. Dabei geht es nicht darum, den Zeigefinger zu erheben, sondern um die Fragen,

  • wie eine diskriminerungskritische Entwicklung des eigenen Verbandes aussehen kann,
  • welcher Voraussetzungen und Bedingungen sie bedarf,
  • was Theoriegrundlagen sein können,
  • welche Tools und Methoden sich anbieten und

wie jede_r im Arbeitsalltag Impulse setzen kann, um eine ehrliche, selbstkritische, aber auch motivierende Reflexion der Normalität in der eigenen Einrichtung oder in den eigenen Zusammenhängen anzustoßen.

Die Referent_innen — Hanna Hoa Anh Mai und Sebastian Seng — verstehen den Workshop daher in erster Linie als selbstreflexiven, selbstkritischen und achtsamen Raum des Austauschs, des gemeinsamen Arbeitens und Lernens und der kollegialen Beratung. In diesem möchten wir einen Dialog zwischen den Teilnehmer_innen über unterschiedliche Arten und Wege, Diversität in der Praxis umzusetzen sowie die Erfahrungen der Teilnehmer_innen mit diesen Prozessen ermöglichen. In diesem Sinne wird der Workshop prozessorientiert ablaufen. Je nach Wunsch und Bedarf der Teilnehmer_innen können eigenverantwortlich getrennte Räume geöffnet werden.

Zielgruppe

Der Workshop richtet sich an Ehren- und Hauptamtliche, die in der Jugend(verbands)- und Bildungsarbeit tätig sind.

Anmeldeschluss ist der 8. September 2017.

28.8.17