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Inclusion First – Nationale Inklusions- und Diversitätsstrategie veröffentlicht

Der Nationale Beirat für das EU-Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION hat gemeinsam mit JUGEND für Europa eine Inklusions- und Diversitätsstrategie für die Programmumsetzung in Deutschland vorgelegt. Die Strategie will eine diversitätsorientierte Sicht in das Zentrum nicht formaler Bildung rücken: Vielfalt soll als Chance und Bereicherung verstanden werden, berichtet JUGEND für Europa.

Europa ist beispielhaft eine Gemeinschaft von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Erfahrungen. Die Nationale Inklusions- und Diversitätsstrategie will dazu aufrufen, diese Vielfalt als positive Lernquelle zu nutzen, um somit Ausgrenzung und Rassismus entgegenzuwirken.

Entstehungsprozess und Verbindung zur europäischen "Inclusion and Diversity-Strategy"

Das Zusammenwachsen Europas bestimmt auch, wie junge Menschen aufwachsen. Es eröffnet ihnen neue Chancen eines "grenzenlosen" und kulturell vielfältigen Lebensraums, verbunden mit besonderen Herausforderungen an die Herausbildung persönlicher und sozialer Kompetenzen.

Dem nicht formalen Lernen junger Menschen in Projekten aus Erasmus+ JUGEND IN AKTION (sowie im Europäischen Solidaritätskorps) kommt eine große Bedeutung zu, da „Europa“ hier in den grenzüberschreitenden Lernangeboten konkret erfahrbar wird. Umso wichtiger, dass diese Angebote allen jungen Menschen zur Verfügung stehen.

Eine konsequente Öffnung des Lernens aller jungen Menschen durch grenzüberschreitende Mobilität wird durch die europäische "Erasmus+ Inclusion & Diversity Strategy" unterstützt, die im Mai 2015 von der EU-Kommission (Generaldirektion Bildung & Kultur) gemeinsam mit verschiedenen nationalen Expertinnen und Experten im Feld der inklusiven Bildung verabschiedet wurde.

Die GD Bildung & Kultur hat die beteiligten Nationalen Autoritäten ermutigt, diese europäische Strategie mit nationalen Schwerpunkten inhaltlich zu unterfüttern.

Positionen in Deutschland

Bereits im Herbst 2016 hatte sich eine Arbeitsgruppe aus Expertinnen des Nationalen Beirats und von JUGEND für Europa zusammengefunden, um eine "Nationale Inklusions- und Diversitätsstrategie" für den Bereich der über Erasmus+ geförderten internationalen Jugendarbeit zu entwickeln.

Im Zusammenhang mit den Debatten um die zukünftige EU-Jugendstrategie ab 2019 und dem Nachfolgeprogramm Erasmus+ 2.0 ab 2021 fordern viele Träger, Verbände und Jugendstrukturen eine klare und vor allem nachhaltig umgesetzte Schwerpunktsetzung auf das Themenfeld "Inklusion & Diversität".

Dazu hatte Ende 2016 die AGJ ihr Positionspapier "Fortführung der jugendpolitischen Zusammenarbeit in Europa ab 2019" vorgestellt. Darin heißt es: "Insbesondere benachteiligte und beeinträchtigte junge Menschen sowie die Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe sollten als Zielgruppen vermehrt in den Blick genommen werden."

Das BMFSFJ führt in seinem Positionspapier zu Erasmus+ ab 2021 aus: "Das Nachfolgeprogramm muss daher seine inklusive Dimension beibehalten und die Beteiligung von Jugendlichen mit weniger Möglichkeiten und mit besonderen Bedürfnissen auch finanziell verstärkt unterstützen."

Die Arbeitsgemeinschaft der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesjugend- und Familienbehörden (AGJF) sieht das Themenfeld im Rahmen einer künftigen EU-Jugendstrategie als prioritär an und stellt fest: "Die Diversität der Lebenslagen junger Menschen ist in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union zu beobachten. Dabei geht es nicht nur um junge Geflüchtete und junge Migranten, sondern auch um behinderte und nicht behinderte Jugendliche, arme und reiche junge Menschen, Jugendliche, die im ländlichen Raum leben oder in der Stadt. Vor dem Hintergrund strategischer jugendpolitischer Überlegungen gilt es daher unterschiedliche Lebensentwürfe, Lebenswelten und Bedürfnisse junger Menschen in der EU anzuerkennen, zu respektieren und zu fördern." (Sitzung am 21. / 22. September 2017 in Schwerin / Mecklenburg-Vorpommern)

Anliegen und Ziel der Nationalen Inklusions- und Diversitätsstrategie

Das Ziel der Nationalen Inklusions- und Diversitätsstrategie ist es, einen diversitätsbewussten Ansatz bewusst zu stärken. Der europäische Auftrag, die Förderung bestimmter Zielgruppen junger Menschen zu verstärken, ist zwar gerechtfertigt, führt allerdings zu einer positiven Diskriminierung der Zielgruppe junger Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf.

Die Nationale Inklusions- und Diversitätsstrategie beschreibt vielmehr das Prinzip, die Vielfalt junger Menschen im Kontext grenzüberschreitenden Lernens als Lernansatz zu sehen. Dazu sollen strukturelle Rahmenbedingungen so verändert werden, dass die aktive Ansprache aller jungen Menschen in ihrer individuellen Unterschiedlichkeit besser als bisher erfolgen kann.

Die Strategie schließt die Ansprache und Aktivierung von engagierten Fachkräften in der Kinder- und Jugendhilfe ausdrücklich ein. Sie sollen animiert werden, das Lernen durch grenzüberschreitende Mobilität als ein zentrales Lernfeld der Persönlichkeitsbildung aller jungen Menschen zu erkennen und Projekte zu entwickeln, die alle jungen Menschen einbinden oder ihnen zu Gute kommen.

4.6.18