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Alle dabei: So gelingt Inklusion in der Internationalen Jugendarbeit!

Lisa hat letzten Sommer an einer internationalen Jugendbegegnung in Tschechien teilgenommen. Nichts Besonderes? Doch, denn Lisa ist gehörlos und inklusive Jugendbegegnungen sind noch keine Selbstverständlichkeit. Die gerade veröffentlichte „Inklusionsstrategie für die Internationale Jugendarbeit“ von IJAB soll den Weg ebnen.

„Das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe ist ein Menschenrecht. Jugendliche mit und ohne Beeinträchtigung sollen gleichermaßen an Jugendaustauschen teilnehmen können“,  erklärt Ulrike Werner, die zusammen mit Christoph Bruners das Projekt bei IJAB verantwortet. In der Realität müssen sowohl die Träger der Jugendarbeit als auch die betroffenen Jugendlichen hierfür jedoch viele Hürden nehmen. Angefangen von den Vorbehalten in vielen Köpfen bis zur konkreten Programmgestaltung.

„Die jetzt vorliegende Inklusionsstrategie bietet Organisationen einen praktischen Leitfaden, um sich auf den Weg zur inklusiven internationalen Jugendarbeit zu machen und damit allen Jugendlichen, ob mit oder ohne Beeinträchtigung, neue Erfahrungen zu ermöglichen.“ Die Strategie wurde in dem dreijährigen Projekt „VISION:INKLUSION“ von IJAB gemeinsam mit Trägern der Internationalen Jugendarbeit, Expert(inn)en und Betroffenen entwickelt. Sie kann ab sofort als Broschüre kostenlos bei IJAB bestellt oder als pdf-Datei heruntergeladen werden (hier direkt zum Bestellservice).

Nicht nur eine für alle

Im Projektverlauf wurde schnell deutlich, dass es nicht „die eine“ Inklusionsstrategie für die gesamte Internationale Jugendarbeit mit ihren unterschiedlichen Rahmenbedingungen, Formaten und inhaltlichen Schwerpunkten geben kann. Die Broschüre zeigt daher, wie Träger und Netzwerke mithilfe eines vorgeschlagenen Prozesses sowie Leit- und Handlungszielen eine auf die individuelle Organisationsstruktur angepasste Strategie entwickeln können. 

Vorangestellt findet sich eine Zusammenstellung der wichtigsten menschenrechtlichen, jugendpolitischen und konzeptionellen Grundlagen, auf denen eine inklusive Internationale Jugendarbeit beruht. Im letzten Teil wird anhand von Beispielen aus verschiedenen Formaten beschrieben, warum sich eine Umsetzung der Strategie lohnt und was dabei wichtig ist.

Die Publikation richtet sich in erster Linie an Fachkräfte und Träger der Kinder- und Jugendhilfe, Selbstvertretungsorganisationen von Menschen mit Beeinträchtigungen sowie Träger der Behindertenhilfe, die an einer inklusiven Internationalen Jugendarbeit interessiert sind. Darüber hinaus enthält sie auch Fachimpulse für jugendpolitische Netzwerke, politisch Verantwortliche, Verwaltung, Ministerien und Förderinstitutionen.

Das Projekt und die Publikation wurden vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Text: Ulrike Werner

30.1.18