News Details

Aktuelle News zum Thema Kinder- und Jugendreisen auf: www.JugendreiseNews.de

Kalender

nächste Veranstaltungen

50 Jahre IJAB - 50 Jahre internationaler Austausch und Zusammenarbeit

1967 wurde IJAB als bundeszentrale Fachorganisation für internationale Kontakte in der Jugendarbeit und Jugendpolitik gegründet. Versöhnung und Völkerverständigung aus den Erfahrungen des 2. Weltkriegs waren die Grundanliegen, aber auch Neugier, Entdeckerfreude und Offenheit für Fremdes, berichtet eine Pressemitteilund der IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland.

Lothar Harles, Vorsitzender von IJAB und Marie-Luise Dreber, IJAB-Direktorin

50 Jahre später sieht sich die Internationale Jugendarbeit vor veränderte Herausforderungen gestellt: Wir leben in einer global vernetzten Welt, die reale und „virtuelle“ Grenzen überwindet, und beobachten wachsenden Nationalismus und zunehmende Abschottung. Diesen Tendenzen stellt IJAB eine nachhaltige europäische und internationale Perspektive entgegen, damit junge Menschen als Weltbürger/-innen und Europäer/-innen aufwachsen können.

Eine zentrale Anlaufstelle in Deutschland für ausländische Akteure der Jugendarbeit und Jugendpolitik – das war vor 50 Jahren die Idee des damaligen Bundesjugendministeriums und der bundeszentralen Träger der Kinder- und Jugendhilfe für die Gründung von IJAB als „Internationalem Jugendaustausch- und Besucherdienst der Bundesrepublik Deutschland“. Damit sollten internationaler Jugendaustausch und jugendpolitische Zusammenarbeit erleichtert und mehr internationale Partnerschaften ermöglicht werden. In dieser Arbeit gab es auch immer eine europäische Perspektive. Deshalb wurde 1988 die Nationale Agentur „JUGEND für Europa“ direkt bei IJAB angesiedelt, um Synergieeffekte für den Jugendaustausch mit Deutschland und in der Europäischen Union zu ermöglichen. Die Entwicklung bilateraler Jugendwerke und Koordinierungsstellen für den Jugendaustausch wie DPJW, Tandem, ConAct und Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch wurden von IJAB teilweise mit vorbereitet und in der Gründungsphase begleitet.

Die Arbeit von IJAB gründet sich auf unzählige internationale lokale, regionale und bundesweite Partnerschaften der Zivilgesellschaft, die im Laufe der Jahre ganz wesentlich zu Versöhnung und Verständigung beigetragen haben. Eine wichtige Unterstützung bildeten dabei Abkommen und Vereinbarungen auf Regierungsebene und damit verbundene Regierungsgespräche. Ihr offizieller Charakter und die Verbindlichkeit der Vereinbarungen sowie die damit verbundene finanzielle Förderung geben den engagierten Trägern und Gruppen Rückenstärkung für ihre Anliegen. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) unterstützte diese Arbeit von Anfang an durch institutionelle Förderung und Projektmittel. Seit 1967 setzt sich IJAB auf diesen Grundlagen gemeinsam mit seinen Mitgliedern, den bundeszentralen Trägern der Kinder- und Jugendhilfe, und den ausländischen Partnern für Frieden, Weltoffenheit und Toleranz und für das Lernen voneinander über Grenzen hinweg ein.

Dank der Einführung von Visafreiheit mit vielen Ländern, dem Ausbau der Reisemöglichkeiten und deren finanzieller Erschwinglichkeit sowie durch wachsende Verflechtungen zwischen Staaten nicht nur im Raum der Europäischen Union ist der grenzüberschreitende Austausch von Jugendlichen und Fachkräften immer selbstverständlicher geworden. In einer global vernetzten, nach Lebenslagen hoch differenzierten Welt geht es im Jugendaustausch nun auch um Teilhabe, um Persönlichkeitsentwicklung, um Bildung, um den Umgang mit Vielfalt und den europäischen und internationalen Wissensaustausch zu Jugendfragen. Diese Entwicklungen hat IJAB immer wieder mit innovativen Angeboten begleitet. Hierzu gehört die große Bandbreite an digitalen Informations- und Beratungsangeboten, die Qualitätsentwicklung in der Internationalen Jugendarbeit genauso wie die Qualifizierung von Fachkräften und die Förderung einer Internationalisierung der Kinder- und Jugendhilfe. 2007 änderte IJAB daher seinen Namen. Aus dem „Austausch- und Besucherdienst“ wurde die „Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland“ mit der Aufgabe, Plattform für den fachlichen Austausch der Akteure der Internationalen Jugendarbeit zu sein.

Genau diese auf Austausch und Verständigung setzende grenzüberschreitende Zusammenarbeit scheint heute in Frage gestellt.  Kriegerische Auseinandersetzungen und Konflikte in vielen Teilen der Welt nehmen dramatisch zu. Terroristen fördern mit Attentaten weltweit Misstrauen und Angst – auch in unserem Land. In der Europäischen Union wird der Zusammenhalt durch Finanzkrise, nationale Abschottungen und zuletzt den Brexit immer fragiler. Fremdenfeindliche und rassistische Einstellungen gefährden nicht nur in Deutschland den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Demokratie als leitendes Gesellschaftsmodell wird in Frage gestellt. Diese Entwicklungen können wir gemäß unserer Aufgabenstellung nicht tatenlos hinnehmen. Wir richten den Blick auf diese und neue Herausforderungen und wollen zusammen mit unseren bisherigen und auch mit neuen Partnern einen substantiellen Beitrag zur Lösung der genannten Probleme und zur Verwirklichung der Globalen Agenda für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen leisten.  Das wird viel Kreativität und Überzeugungskraft kosten.

Das 50jährige Bestehen von IJAB nehmen wir daher zum Anlass, unter dem Leitgedanken „Mut“ mit vielfältigen Veranstaltungen offensiv und beharrlich für Austausch und Zusammenarbeit, für die Chancen von Offenheit, Vielfalt und Toleranz zu werben. Uns geht es um den Mut,

  • sich nicht einschüchtern zu lassen von übermächtig erscheinenden Herausforderungen,
  • die Welt von morgen friedlich und menschenwürdig zu denken und zu gestalten sowie
  • Herz statt Hetze zu zeigen.


Diesen Weg wollen wir nicht allein gehen, sondern in den vielfältigen Begegnungen gemeinsam mit unseren Mitgliedern, unseren Partnerinnen und Partnern sowie allen Interessierten. Sie sind dazu herzlich eingeladen!

9.2.17